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Lucca
Lucca, von der UNESCO zum Kunsterbe der Menschheit ernannt, ist ein wahrhaftes Kunstjuwel mit seinem Diadem: die Stadtmauer aus dem 16. Jahrhundert.
Gemeinsam mit Ferrara, Grosseto und Bergamo ist Lucca eine der vier italienischen Provinzhauptstädte, deren Stadtmauern noch vollkommen intakt erhalten sind. Heute ist die Stadteingrenzung, die europaweit zu den am besten erhaltenen Mauern zählt, begrünt und zu einem fast fünf Kilometer langen Spazierweg ausgebaut.

Protagonist Luccas Küche ist das durch die höchste europäische Zertifizierung garantierte und weltweit bekannte Olivenöl D.O.P.
Genau dieses feine Öl gibt den typischen Gerichten der Stadt erst das gewisse Etwas.

Zu den Vorspeisen zählen heiße, appetitliche Suppen, wie die Dinkelsuppe, und das Pancotto mit in der Suppe erweichten Brotkrusten, Cocktailtomaten, geschlagenem Ei, Salz, Pfeffer und natürlich Öl. Eine traditionelle Hauptspeise ist der Garmuggia mit Rindfleisch, Tomaten, Croûtons, Kichererbsen, Spargelspitzen und Bauchfleisch.
Eine absolute Besonderheit sind auch die Olive Quercetane Natur oder in Salzlake. Ebenfalls zur Auswahl stehen köstlicher Pecorino in foglia di noce (speziell zubereiteter Ziegenkäse), vortreffliche Schinken- und Salamisorten sowie die Soppressate (Wurstsorte).



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Die Geschichte Luccas beginnt 180 v. Chr., als die Stadt von einer keltisch ligurischen Sippe mit dem Namen Luk gegründet wurde. Vom römischen Lucca blieben noch die Überreste des Amphitheaters erhalten, auf dessen Stufen im Laufe der Jahrhunderte die Häuser errichtet wurden, was zu einem Spektakel mit rarem Eindruck geführt hat.

Im Mittelalter hielt sich Dante lange im Exil in dieser Stadt auf und es entstanden die Monumentalkirche San Frediano (mit einem wunderbaren Mosaik auf der Fassade, beinahe ein goldenes Altarbild), die Kirche San Michele in Porta (berühmt wegen ihrer edlen Marmordekoration) und der Dom, der dem hl. Martin geweiht ist.
Der strenge und massive romanische Stil wurde durch eine üppige Dekoration bereichert, die sich auch an der Schule der nahe gelegenen Stadt Pisa inspirierte.

Im 15. Jh. hinterließ Jacopo della Quercia der Stadt sein Meisterwerk schlechthin, das Grab der Ilaria del Carretto, Ehefrau von Paolo Guinigi, die bereits mit 29 Jahren gestorben war. Das junge Alter und die gutmütigen Gesichtszüge sind im Marmorbildnis verewigt; der Tod wird schlafend dargestellt und auch der Stein scheint sich in den Plisseefalten des Gewands zu erweichen und wird durch die vielen Besucher immer abgegriffener. Zu ihren Füßen liegt ein Hund als Zeichen der ehelichen Treue.

Lucca erfuhr während der Renaissance seine absolute Blütezeit, was auf die sprießende Seidenherstellung und die Gewinn bringenden Bankgeschäfte seiner Einwohner zurückzuführen ist. Die Lucchesi haben die Stadt bis einschließlich dem 19. Jahrhundert mit eleganten Gebäuden, Kirchen (die Stadt wird auch "Stadt der hundert Kirchen" genannt) und, in der Umgebung, auch mit prächtigen Villen, wie die Villa Mansi in Segromigno und die Villa Reale in Marlia bereichert.

Berühmt ist auch die musikalische Tradition der Stadt: aus Lucca stammen Francesco Geminiani, Luigi Boccherini, Alfredo Catalani und Giacomo Puccini.
Das ganze Jahr über sorgen Musiker und Schauspieler in der Kathedrale San Martino dafür, das Andenken an diesen großartigen Komponisten durch die Interpretation seiner Kompositionen wach zu erhalten.

Während des Aufeinanderfolgens verschiedener geschichtlicher Epochen hat Lucca seinen Stadtaufbau immer kunstgerecht angepasst und stets Wirksamkeit, Funktionalität und Schönheit miteinander verbunden.
Beim Spaziergang durch das Stadtzentrum ist die schmale, lange, malerische Via Fillungo mit ihren alten Gebäuden, Geschäften, Boutiquen, Restaurantbetrieben und Türmen besonders schön.
Auch die Türme verleihen Lucca den so einzigartigen Stil: sie sind stabil, kräftig, beinahe militärisch gebaut, aber doch herausgeputzt wie eine Uniform mit vielen Medaillen. Der Turm der an Ilaria del Carretto gebundenen Familie Guinigi ist einen Besuch wert. Hoch oben besitzt er einen bereits im Mittelalter angelegten Dachgarten mit schattigen, Jahrhunderte alten Lärchen. Eine richtige grüne Wolke, die die Anstrengung der 230 Stufen wettmacht.

Ebenfalls im Stadtkern, zwischen schlichten und aristokratischen Palazzi junonischer Mächtigkeit aus roten Ziegeln und weißem Kalkstein, die nach wie vor zum aktiven Leben der Stadt beitragen (im Palazzo Ducale sind nicht nur viele zeitgenössische Kunstausstellungen und eine, für Italien einzigartige, Cartoon-Ausstellung, sondern auch die Büroräume der Provinz untergebracht), eröffnen sich luftige Plätze mit wunderbaren Monumenten im Schatten der Platanen. Über die Piazza Napoleone thront der Sitz der Provinz aus dem 16. Jahrhundert, in der zwischen großartigen Arkadengängen und Innenhöfen auch die Pinacoteca Nazionale vorzufinden ist.

 
 
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